Präsentationen unserer Partner

Samstag

Makrele feiert - 1.Ausgabe

Das kukuun
von Julia

Die Geschichte ließe sich wie ein Märchen beginnen.
“Es begab sich zu der Zeit… daß sich Künstler und Kulturschaffende zusammentaten, um auf St.Pauli junger Kunst einen Raum zu geben”.
Genau dieses Interesse hat uns vor über sieben Jahren dazu gebracht, unser Herz und unsere Kompetenz an diesem besonderen Ort einzubringen.

Ein kurzer Rückblick: mit dem Florida Arthotel schufen wir das einzige Kunsthotel der Stadt.
Mit dem Start des Kukuuns vor vier Jahren schufen wir eine Kulturplattform auf der mittlerweile über 1200 Livekonzerte von über 120 unterschiedlichen Musikern und Bands, Austellungen von über 60 Bildenden Künstlern, über 300 Themen-Veranstaltungen, über 20 Lesungen und über 1300 Öffnungstage mit über 30 unterschiedlichen DJs stattgefunden haben.

Was bedeutet Kulturarbeit auf und für St.Pauli?
Jetzt könnte ich klassisch ausholen und von unendlichen vielen Stunden Arbeit, von den durchgearbeiteten Nächten, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren reden, doch das ist eben klassisch. Vielmehr möchte ich davon berichten, wie gut das Erlebnis ist, wie Künstler, die hier ihren Anfang fanden, nunmehr tatsächlich so etwas wie Karriere machen. Ebenso großartig ist das Erlebnis, wie die spezielle Art Kulturarbeit zu verstehen und umzusetzen, sich auf den Stadtteil ausweitet und andere Momente inspiriert. Bishin zu den direkten Erlebnissen auf den Konzerten und Veranstaltungen, wenn die Künstler auf der Bühne über sich hinauswachsen, wie ausstellende Künstler über die unelitäre Präsentation ihrer Werke zu neuem inspiriert werden und insbesondere wenn die Besucher und Gäste des Kukuuns mitten in der Kunst feiern und tanzen – selbstverständlich und alltäglich. In der Fachsprache dürfte man das als “outside the white cube” bezeichnen.
Übersetzt heißt das – stark verknappt – soviel wie, Kunst nicht in abgeschottete elitäre Zusammenhänge zu bringen, in denen sich ausschließlich Fachleute darüber austauschen und der geneigte Besucher mit Kopfhörern und entsprechenden Erläuterungen ausgestattet wird, sondern Kunst als Alltagsbestandteil erlebbar zu machen.

In der Folge der Vielfalt einer Kulturplattform ist das Kukuun für jeden etwas anderes. Für den einen, ein Ort an dem Liedermacherkonzerte stattfinden, für den anderen grundsätzlich ein Liveclub. Einige verbinden mit dem Kukuun Musikrichtungen wie Jazz und Swing, andere wiederum Rock, Pop, Soul, Funk, Electro, HipHop uvm. Für einige ist das Kukuun eine Partylocation bzw ein Disco-Club oder eine Karaokebar, für andere eine Galerie, wiederum andere lieben die Leseabende oder die hochwertige Cocktailkarte und für einige ist es immer noch das Kunsthotel, obwohl wir den Hotelbetrieb bereits vor zweieinhalb Jahren eingestellt haben.

Vielleicht ist die Vorstellung des Kunsthotels auch deshalb so hartnäckig in den Köpfen verankert, weil das Kukuun zumindest nach wie vor eine Herberge für Kunst und Kultur ist – nur übernachten kann man hier eben nicht mehr. Auf jeden Fall ist das Kukuun für viele so etwas wie ein Zuhause, nicht nur für die Beteiligten.
Das schöne ist, nach vier Jahren ist kein Ende in Sicht. Im Gegenteil: die Inhalte und die Projekte wachsen stetig. Es bleibt spannend.

Was hat das mit St.Pauli zu tun? Das könnte doch auch alles in Eppendorf oder in der Schanze oder sonst wo stattfinden… ? Nein. Denn St.Pauli ist unser Motor. St. Pauli ist der Ort, den wir lieben, der uns täglich an unsere Grenzen führt, uns ständig inspiriert und herausfordert. Wir geben dem Stadtteil gewiss einiges – der Stadtteil gibt uns aber mindestens so viel zurück…
Es ist eine wunderbare Partnerschaft.

Euer Kukuun: Julia, Olaf, Sven, Andreas B., Donald, Henny, Patrick, Hannah, Sandra, Lukasz, Sebastian, Schladdi, Jörg, Dejan, Jenni, Kati, Vera, Nils, Sebastian, Christoph, Dirk, Bettina, …

Mit lieben Grüßen an: John und Rick

wie auch Dank an : Illya, Olaf Deharde, Napoleon, Sven Panne, Oliver Ohene Dokyi,
Marcus Prell, Duncan Townsend, Olav Wittenberg, Markus Baltensperger, Ain’t
Missbehavin’, Lucie Völcker, Johanna & Lars (balcony TV) und unendlich vielen mehr …

Kukuun, Spielbudenplatz 22
Tel. 040.314393
www.kukuun.com

Makrele rockt - 1. Ausgabe

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Das DJ/Musikerportrait


1. Name/Künstlername: Nickname
2. Alter: 32
3.Familienstand: ledig
4.Wo legst Du auf? Barbarabar, Foo-Club, Bernsteinbar, Privatparty, etc.
5.Welche Musik legst Du auf und warum? Funk und Elektro, oder von Funk bis Elektro. Funk ist für mich das einzige was mich zum nicken bringt.
6.Was ist Dein ursprünglicher Beruf? Traumjob: Gigolo. Wurde aber nichts!
7.Wieviele Stunden dauerte Deine längste Schicht? 10 Stunden
8.Was macht dir am meisten Spaß? Sex, Leute zum tanzen bringen und lustig sein
9.Was ist Dein Lieblingssong? Jimi Hendrix "6was9"
10. Welches Stück spielst Du, wenn Du auf die Toilette mußt? Oft "Holy Ghost" als Remix von den Bar-Kay´s, weil es 8-9 Minuten lang ist.
11.Was war Dein schrägstes Dj-Erlebnis? Ein Gast, fällt synchron zur Musik und perfekt zum Übergang ins nächste Stück, vom Stuhl.
12.Deine erste Platte und Deine letzte, die Du gekauft hast? Kylie Minogue " Do the Locomotion", "Trains"
13.Hast Du Groupies? Deine Mudda!
14. Warum stehst Du auf und warum? Wenn ich ausgeschlafen bin und, oder wenn ich muß.
15. Kommst du tagsüber ohne Sonnenbrille aus? Ja, aber nur schwer.
16. Wie lange dauerte Deine längste Betrunkenheitsphase? Ist noch nicht zu Ende.
17.Wie lange willst Du den Job noch machen? Bis ich 45 bin, weil das so eine magische Zahl ist.

Makrele Kleinanzeigen - 1. Ausgabe

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Makrele kauft und tauscht
Genauso, wie es in unserer ersten Ausgabe noch keine echten Leserbriefe geben kann, gibt es auch noch keine echten Kleinanzeigen. Aber grundsätzlich besteht auf dieser Seite der Makrele die Möglichkeit, Kleinanzeigen zu platzieren. Wenn Ihr also irgendetwas besitzt aber nicht mehr haben wollt, oder wenn ihr etwas nicht besitzt aber haben wollt, dann schreibt uns das und wir machen es an dieser Stelle für alle Leser sichtbar.
Falls Ihr jetzt denkt „Kleinanzeigenmarkt brauche ich nicht, alles was ich habe brauche ich auch“ – dann nehmt euch die Zeit und werft einen Blick in Euren Keller, auf Euren Dachboden, in Eure Schränke und Schubladen. Ich wette, dass Ihr eine Menge Zeug finden werden, dass Ihr dort – weil Ihr es nicht oder nicht mehr gebrauchen konntet – verstaut und mit der Zeit vergessen habt. Soll es weiter vor sich hingammeln und Platz wegnehmen? Setzt es lieber sinnvoll ein, indem Ihr es verscherbelt oder gegen etwas eintauscht, was Ihr besser gebrauchen könnt.
Einige von Euch sagen vielleicht auch „Kleinanzeigenmarkt brauch ich nicht, ich hab alles was ich brauche“. Glaube ich auch nicht. Es gibt doch immer irgendwas, was man schon immer mal haben wollte. Ob man es nun braucht oder nicht.
Hier könnt Ihr all das platzieren, was Ihr loswerden oder haben wollt. Ein paar Anregungen für Ausmistmuffel und diejenigen, die gar nicht wissen, was für dolle Dinge es gibt:


Kaufe/verkaufe/tausche…
Playboy-Erstausgabe, Gummistiefel, Gummiboot, Luftmatratze, Badelatschen, Latschenkiefer, Hanfplantage, Springbrunnen, Springseil, Erdnussspender, Nussknacker, Knallfrosch, Handhupe, Fußbremse, Maulsperre, Pullunder, Pullover, Polanski, Bügelfaltenhose, Bügeleisen, Bügelbrett, Schachbrett, Schneidebrett, Brettspiel, Brett vorm Kopf, Cordhose, Hosenanzug, Schwimmflügel, Flügelschrauben, Schraubenzieher, Bohrmaschine, Akkubohrer, Akkulader, Ladehemmung, Ladenschluss, Trillerpfeile, Fußball, Tischfußball, Küchentisch, Esstisch, Schreibtisch, Nachttisch, Wickeltisch, Umstandskleidung, Kinderwagen, Wagenheber, Campingwagen, Campingkocher, Wasserkocher, Kochbuch, Hörbuch, Fachbuch, Wörterbuch, Buchstabensuppe, Suppenkelle, Suppentopf, Schnellkochtopf, Auflaufform, Küchenrollenhalter, Handtuchhalter, Hüfthalter, Hüftgelenk, Volleyball, Basketball, Ballkleid, Kleiderständer, Standgebläse, Blasebalg, Minirock, MINI Cooper, Minimaus, Mausefalle, Lederrock, Lederhose, Hosenträger, Sechserträger, Löschpapier, Papierkorb, Korbsessel, Wäschekorb, Hutablage, Kleiderschrank, Schuhschrank, Schuhanzieher, Schuhputzset, Kettenfett, Halskette, Hundehalsband, Verbandskasten, Wohnzimmerschrank, Badezimmerschrank, Küchenschrank, Kleiderschrank, Kleiderbügel, Pfefferspray, Pfeffermühle, Windmühle, Salzstreuer, Streusalz, Salzlakritz, Winterjacke, Sommerjacke, Regenjacke, Windjacke, Strickjacke, Kugelschreiber, Ratzefummel, Yps-Hefte, Urzeitkrebse, Küchenregal, Bücherregal, Weinregal, Korkenzieher, Kronkorkensammlung, Flaschenzug, Flaschenöffner, Schnapsglas, Sektglas, Weinglas, Bierglas, Wasserglas, Saftglas, Entsafter, Saftsack, Rucksack, Lachsack, Heulboje, Milchglas, Melkanlage, Hocker, Küchenstuhl, Schreibtischstuhl, Wohnzimmerstuhl, Sofa, Sofakissen, Furzkissen, Wolldecke, Tagesdecke, Deckenlampe, Stehlampe, Öllampe, Lampion, Obstschale, Kartoffelschäler, Knoblauchpresse, Presswurst, Wurst in der Dose, Brot am Stiel, Brotmaschine, Brotmesser, Fischmesser, Fleischmesser, Pizzaroller, Motorroller, Backblech, Blechschaden, Fischgabel, Steakgabel, Gabelstapler, Esslöffel, Teelöffel, Eierlöffel, Eierkocher, Eierkopf, Eierbecher, Eisbecher, Aschenbecher, Kaffeebecher, Kaffeetasse, Kaffeekanne, Zuckerdose, Keksdose, Dosenfutter, Futterkrippe, Krippenspiel, Trampolin, Hüpfburg, Burgfräulein, Fräuleinwunder, Wunderkerzen, Kerzenständer, Wandhalter, Strumpfhalter, Sparstrumpf, Kellerregal, Schlafzimmerregal, Badezimmerregal, Wohnzimmerregal, alles egal, Wintermantel, Fahrradschlauch, Fahrradhelm, Luftpumpe, Ballpumpe, Mütze, Strapse, CD, DVD, DVBT, ABC, Platte, Perücke, Plattenspieler, Verstärker, Boxen, Sandsack, Sandkasten, Schaufelbagger, Toaster, Pürierstab, Meerschweinchen, falscher Hase, Pferd auf dem Flur, Mikrowelle, Dauerwelle, Lockenwickler, Mixer, Katze, Katzenklo, Katzenklappe, Klappstuhl, Liegestuhl, Gartenhäuschen, Gartenbank, Gartentisch, Gartenstuhl, Gartenzwerg, Giftzwerg, Rattengift, Pflanzengift, Blumentopf, Topflappen, Blumenkasten, Schlüsselkasten, Schlüsselring, Ohrring, Fußring, Fußbadewanne, Verlobungsring, Ehering, Dichtungsring, Rettungsring, Insektengift, Fliegenklatsche, Abschussliste, Pfeil und Bogen, Einkaufszettel, Einkaufswagen, Masterplan, Scheibenwischer, Murmeln, Zinnsoldat, Türklinke, Totenkopf, Glücksbringer, Bauchmuskeltrainer, Puppenhaus, Gummipuppe, Gummiband, Kniebandage, Radkappe, Vogelkäfig, Brieftaube, Taubenschlag, Schlagstock, Tischtennisschläger, Palme, Frischhaltefolie, Foliendrucker, Scanner, Fernseher, Briefmarkensammlung, Armbanduhr, Wanduhr, Wecker, Telefon, Handy, Abfalleimer, Altpapiercontainer, Schrubber, Turnbeutel, Jutebeutel, Handtasche, Taschenmesser, Poster, Bilder, Staubsauger, Saugglocke, Glockenspiel, Aktenordner, Badehose, Badekappe, Duschhaube, Duschvorhang, Duschvorleger, Seifenspender, Museumsgutschein, Fahrradklingel, Isolierband, Kotflügel, Winterreifen, Sommerreifen, Surfbrett, Abflusssieb, Eigenheim …

Makrele Tschüss - 1. Ausgabe

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Das Anwohnerportrait
Heute: Jochen Bohnsack

1. Name: Jochen Bohnsack
2. Adresse: Spielbudenplatz 22
3. Alter: 32
4. Geschlecht: männlich
5. Größe: 1,87 m
6. Beruf: Eventmanager, Spielbudenplatzmanager
7. Familienstand: ledig
8. Warum leben Sie auf St.Pauli? Weil ich hier arbeite und mich hier wohlfühle.
9. Warum sind Sie hier hergezogen? siehe 8. und weil man hier mitten im Leben wohnt.
10. Was ist Ihr Lieblingsplatz auf St. Pauli? Park Fiction
11. Was nervt auf St. Pauli? Hundescheiße, aggressive Besucher
12. Was ist unvergleichlich an St. Pauli? Eigentlich alles
13. Was sollte geändert werden: Änderung von Wohngebiet in Entertainment-Area im Bereich der Reeperbahn, um lautere Musik zu ermöglichen.
14. Wo gehen Sie einkaufen: Nachtmarkt Spielbudenplatz, Penny, Bäcker in der Silbersackstrasse
15. Was war Ihr schönstes Erlebnis: WM 2006
16. Wie sieht St. Pauli in 10 Jahren aus: Moderner, leider weniger Sex-Läden, hoffentlich mehr Musikclubs

Makrele kocht - 1. Ausgabe

Heute: Jose Manuel Rodriguez aus Buenos Aires/Argentinien
von Olaf Deharde

Mitbegründer des Club Mestizio im Hamburger Hafenklang, Latino-Dj und Musikexperte in Sachen Lateinamerika, Macher der Tide-Radio-Sendung Radiolatinoamericana seit 1993, freier Journalist
Und vieles mehr.




Gericht: Milanesas a la Neapolitana

Zutaten: dünn geschnittenes Kalbsfleisch, Eier, roher Schinken, gr. Oliven, Mozarella, Paniermehl, div. Kräuter.


Freundlich begrüßt und mit zwei großen Flaschen Rotwein im Gepäck, lande ich ziemlich schnell am Ort des Geschehens. Eine schöne, gemütliche Wohnung im Herzen Eimsbüttels. Hier ist Jose Manuel mit seiner Familie zuhause.
Punkt 19.30 fängt Jose an eine ordentlich Portion Eier mit Kräutern zu verquirlen, um den hauchdünn geschnittenen Schnitzeln ein neues Zuhause zu geben.
Dort angekommen, werden sie unverzüglichst in ein großes Paniermehlbad umgeleitet. Während Jose dafür sorgt, das auch alle Schnitzel gleich viel Panade abbekommen, kümmere ich mich um den Wein.
Fertig paniert geht’s dann in die schön, heiße, Pfanne mit ordentlich viel Öl drin. Da muß sich Jose ganz schön konzentrieren, weil die Schnitzel sehr schnell fertig werden.
Also schnell wieder raus und auf ein Küchentuch gelegt. So kann das ganze Öl besser abtropfen und die leckeren Milanesas werden später so richtig knusprig.
Jetzt also Zeit für eine kleine Pause und ein bisschen Talk über die nächsten Projekte.
In der Zwischenzeit hat Jose schon mal den Ofen vorgeheizt (ca. 200 Grad) und damit angefangen den Mozarella und die grünen Oliven kleinzuschnibbeln. Beides verteilt er nun auf die Schnitzelchen. Ab aufs Blech und rein in die Röhre! Fertig!
Kurz vor Schluss erst, legt Jose den Schinken auf die Milanesas und lässt alle noch mal für ca. 5 min. backen. Dazu gibt es ein frischen grünen Salat. Herrlich!

Makrelenchic - 1. Ausgabe - Dock's

Freitagabend im Dock's ist immer einen Bericht wert. Doch seht einfach selbst:
Makrelenchic - 1.Ausgabe - Dock's

Makrele schimpft - 1.Ausgabe

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Kranksein
von Alkje

Kranksein nervt, das ist klar. Was aber noch wesentlich mehr nervt als Kranksein ist Nichtganzgesundsein: Man ist noch nicht richtig krank, aber auch nicht mehr ganz gesund.
Um eine drohende Erkältung abzuwenden, reagierte ich auf das Nichtganzgesundsein üblicherweise mit einer Schonhaltung: Ich unterlasse alles, was Spaß macht und gehe ein vor Langweile. Aber das macht nichts. Hauptsache ist doch, dass ich nicht richtig krank werde. Dafür lohnt es sich, ein paar Tage die ruhige Kugel zu schieben. Und so schlimm ist das mit dem Schongang ja nun auch nicht. Nur halt stinklangweilig.
Und was passiert dann? Absolut jedes Mal? Ich werde trotzdem krank. Nur halt nicht direkt, sondern vielleicht eine Woche später. Dass ich trotz des Schonens krank werde ist an sich schon eine bodenlose Unverschämtheit. Aber das ist ja noch nicht alles: Ich schone mich ja nur, wenn mir Kranksein gerade absolut nicht in den Kram passt. Also zum Beispiel, wenn ich in einer Woche in den Urlaub fahren will. Dank meiner Schonhaltung bin ich dann also in der Woche vor dem Urlaub zwar einigermaßen fit, im Urlaub selber aber krank.
In einer Woche will ich zu einem Konzert. Da ich zwar angeschlagen, aber noch nicht richtig krank bin, stelle ich mich heute Nacht in den Regen. Mit etwas Glück bin ich morgen richtig krank und in einer Woche wieder fit. Wenn ich jetzt anfange mich zu schonen, werde ich den Konzertabend garantiert im Bett verbringen.

Makrele liest - 1.Ausgabe

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Liebe Makrele,

wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, dieses Magazin ins Leben zu rufen?

Deine Redaktion


Liebe Redaktion,

was ist das denn für eine doofe Frage?! Du als Redaktion müsstest doch wissen, wie das Magazin entstanden ist. Hast du bei unseren Redaktionssitzungen etwa die ganze Zeit gepennt? Oder gar nicht mitgekriegt, dass du bei einer Redaktionssitzung der Makrele bist? Das würde auch deinen permanent verwirrten Gesichtsausdruck bei unseren Sitzungen erklären. Als würdest du dich fragen, wo du eigentlich bist und was du da eigentlich willst.

Deine Makrele

PS: Oder hast du einfach nur unser Editorial nicht gelesen?


Liebe Makrele,

natürlich weiß ich, wie das Magazin entstanden ist. Ich war schließlich dabei (und habe das auch gemerkt!) Aber dies ist die erste Ausgabe der Makrele, und deshalb gibt es noch keine Leserbriefe von echten Lesern. Daher habe ich beschlossen, selber einen Leserbrief zu schreiben. Damit unsere zukünftigen Leser wissen, dass es in der Makrele eine Rubrik gibt, in der sie Meinungen, Kritik und Anregungen äußern und Fragen stellen können.

Deine Redaktion

PS: Das Editorial habe ich sogar selbst geschrieben!


Liebe Redaktion,

das mit dem Beispielleserbrief war an sich eine sehr gute Idee. Aber die Frage war trotzdem doof! Hättest du dir nicht etwas Besseres einfallen lassen können?

Deine Makrele

PS: Umso schlimmer!


Liebe Makrele,

was denn?!

Deine Redaktion


Liebe Redaktion,

weiß ich auch nicht.

Deine Makrele


Liebe Makrele,

siehste.

Deine Redaktion

Makrele geht aus - 1.Ausgabe


Mit Vodka durch die Nacht
von Illya

Und dann hab ich mich mit Julia verabredet um mich mit ihr für den ersten Nachtbericht für die Makrele durch die Bars zu kämpfen.
An dieser Stelle würden wir gerne eure Beschreibung abdrucken, was ihr mit oder ohne eure Freunde auf dem Kiez so erlebt und wie ihr normalerweise die Nächte auf der Reeperbahn verbringt. Ich persönlich gehe ja eigentlich gerne tanzen, mich verausgaben, mich verströmen und verbrauchen. Darum sind ja die nächsten Tage auch immer noch den Erfahrungen untergeordnet, sei es der angeschlagene Fuß, sei es der schwere Kopf oder die strauchelnde Lunge. Diese Nacht aber nicht, auch wenn Julia schon beim Start leicht angeschlagen ist weil sie den ganzen Tag gearbeitet hatte und sich schließlich schon ein paar Beruhigungs-Biere medikamentös verabreichte. Hat wohl auch ein bisschen geholfen. Aber tanzen wollen wir ja heute auch nicht. Also auf zum Sudhaus bei der Essotanke, über das ich mir schon im Vorfeld Geschichten über frühmorgendlichen Bewußtseinsschwund anhören mußte. Der Barmann erfüllt auch wie auf Stichwort mit Freude sowohl Getränk- als auch Erwartungswünsche. Mathematik geht schon nicht mehr so gut und der Mann neben mir möchte sich eigentlich gerne in jedes Thema einhaken, gibt mir aber irgendwie das Gefühl das mit ihm in der Kindheit nicht genug gekuschelt wurde. Irgendwie alles sehr sympathisch. Aber ich bin auch ein bißchen verlegen und muß darum ein wenig lauter sprechen. Und der erste Vodka auf Eis („bitte Vodka mit einem Stück Eis“) schmeckt genau wie der erste Vodka immer schmeckt wenn man keine Wahl hat. Muß trotzdem lachen als der Wirt einen Gast der nach einem Stuhl fragt vor der hakenden Rolltreppe warnt und dabei auf die alte Holztreppe zeigt. Dann aber weiter, zum nächsten Glas, ins nächste Lokal. In ein lustiges Pläuschchen vertieft gleiten wir an der Davidwache vorbei, die sich träge auf spätere halbstarke Aufregungen einstellt, hinauf zur Pils-Börse. Seit wann ist da eigentlich kein McDonalds mehr gegenüber und was sind das für komische Bezeichnungen die die sich da jetzt aufs Schild tätowiert haben? Und immer wieder fällt mir auf wie hübsch die Mädchen ihre Choreografie betreiben, und wie einmalig die Stretchhosen ihre Haut überziehen als wären ihre Beine in Milch getaucht. (Zu diesem Beruf gehört eine Aufmerksamkeit für den normalen Straßenverkehr die ich bei so manch anderem vermisse, vielleicht wäre das noch ein Stadtziel: Prostituierte als Lehrerinnen für die Verkehrserziehung. Und vielleicht bekommen sie dann auch die gleichen Stripper-Uniformen geliehen auf die unsere Polizei verständlicherweise so stolz ist.) In der Pils Börse war ich wirklich noch nie. Hier kann man gut beobachten wie die Menschen sich auf die spätere Orientierungslosigkeit einstimmen und dem Ernst ein feixendes Gesicht ziehen. Halbstarkes Gehabe inbegriffen und das sogar von Frauen. Ich trinke nochmal Vodka. Gefragt
werd ich allerdings wieder nicht. Julia ist von den Toiletten total überrascht, riesengroß und hell und sauber. Ich frag mich assoziativ ob da auch Fahrstuhlmusik läuft und ein Livrierter einem die Schultern abbürstet. Irgendwann geht die ältere der beiden Barfrauen zur Musikbox und drückt ein halbes Kilo Lieder. Ob sie die Nummern auswendig kennt oder drückt sie da nur willenlos drauf rum? Als sie hinter der Bar verschwindet brechen wir auf zu neuen Ufern, wir haben ja noch ein bißchen was vor. Ich will in den Komet und Julia lässt sich mit zerren. Dort stehen ganz viele Menschen mit Bieren vor der Tür und mir fällt erst jetzt auf das es ja eigentlich ganz schön warm ist aber viel zu spät um die Lederjacke auszuziehen. Hier braucht der Vodka etwas länger aber ist lecker und wird mir von der lieben Roten gebracht. Und hinten sehe ich ein Mädchen entrückt zur alten Soulmusik tanzen und der Besitzer singt beinahe jedes Lied mit und ich freu mich. Nette Bumsbude. Immer wieder. Und dann zieht mich Julia weiter bevor wir kleben bleiben und wir huschen an der Herbertstrasse vorbei weil ich unbedingt mal die Hasenschaukel kennenlernen will. Und dort dann: Niedlich. Alles. Inklusive Gäste und aufmerksamer Barfrau. Lustige Mischung aus American Diner und klassischer europäischer Wohnzimmergestaltung. Der Plattenaufleger legt wie Zuhause auf, bevor man losgeht und Lieder am Stück gehauen bekommt. Ich schmeiß mich mit meinem neuen Vodka neben Julia aufs Sofa und langsam dämmert mir das alle Läden auf dem Kiez den gleichen Elektriker haben, der das Licht immer auf die Intimitäten versprechende Stufe einstellt. Hier ist es gemütlich und wir verstricken uns in Gespräche über zukünftiges und vergangenes. Bis wir Hunger bekommen. Freundlich werden wir verabschiedet und begeben uns zum dänischen Hotdog-Laden auf der Reeperbahn. Ich glaub der Mann arbeitet schon seit einer Million Jahre dort. Auf jeden Fall weiß er wie man vorlaute Halbstarke zurechtstutzt. Das erfordert Übung. Und der Hotdog ist lecker und immer einer zu wenig oder einer zu viel, nix dazwischen, noch nie. Also zurück, die Nacht beenden und dem Schlaf seinen Raum zugestehen, den Traum den Rest verrichten lassen. Tschüss Julia und schlaf gut und bis dann. Und ach ja: malt die Welt bunt an, egal wie. Gar nicht soviele Zombies unterwegs wenn man früh genug Schluss macht.

Makrele denkt - 1.Ausgabe

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Keine Zeit
von Alkje
In allen möglichen Bereichen verändern sich die Dinge in unglaublicher Geschwindigkeit. Sei es die Technik – mein Handy kann mehr, als ich jemals zu begreifen in der Lage sein werde. Sei es die Gesellschaft – die Jugend von heute hat definitiv nichts mehr mit meiner Jugend zutun, und ich bin erst Ende zwanzig. Die Beispiele für die kaum nachvollziehbare Geschwindigkeit, in der sich alles ändert, sind zahlreich. Selbst mir mit meinen Ende zwanzig rutscht ab und an derjenige Satz raus, den – zu meiner Zeit – üblicherweise Kinder von ihren Großeltern zu hören bekamen: „Früher war alles anders“.
Doch im Irrgarten der Veränderungen gibt es eine verlässliche Konstante, eine Oase für Nostalgiker: Männer und Frauen verstehen sich nicht. Das ist schon immer so gewesen, und – jeder Mann und jede Frau wird meinen diesbezüglichen Optimismus unterstützen – das wird auch immer so bleiben. Aber warum? Wenn sich doch alles verändert, wenn doch alles im rasenden Fortschritt begriffen ist – warum dann nicht auch die Kommunikation zwischen Mann und Frau? Warum ist die Kommunikation zwischen den Geschlechtern so dermaßen entwicklungsresistent? Vielleicht, weil sich gar nicht der Mensch an sich fortentwickelt. Die Technik, ja, die entwickelt sich weiter. Und das tut sie nicht von alleine, klar, da stecken wiederum Menschen hinter, die die Technik weiterentwickeln. Aber der Mensch scheint so sehr damit beschäftigt, andere Dinge weiterzuentwickeln, dass keine Zeit mehr für seine persönliche Weiterentwicklung bleibt. Natürlich kann auch der Mensch an sich heute wesentlich mehr als früher. Beispielsweise spricht er heute im Durchschnitt mehr Sprachen. Und dank der eher suboptimalen Arbeitsmarktsituation ist der Mensch auch gezwungen, sich alle möglichen mehr oder weniger nützlichen Fertigkeiten anzueignen, wenn er sich gegen die riesige Anzahl von Mitbewerbern behaupten will. Entsprechend umfangreich ist das Weiterbildungsangebot der weiterbildenden Institutionen. Zu jedem Unterthema eines Spezialthemas eines Unterbereichs innerhalb eines Spezialbereichs eines Themas gibt es Kurse. Der Mensch kann alles lernen, was er will.
Aber wer bringt dem Menschen die Dinge bei, die wirklich wichtig sind? Die nichts mit Karriere und Konkurrenz zutun haben? Sondern mit Glück, Zufriedenheit, Harmonie und Lebensfreude? Gibt es da auch Kurse? Oder fangen wir klein an: Wenn für jede Sprache der Erde Kurse angeboten werden, warum gibt es dann keine Kurse zur Sprache der Geschlechter? Ist es wirklich wichtiger, Chinesisch sprechen zu können, als die Sprache seines Lebenspartners zu beherrschen?
Also: Gibt es Kurse die uns lehren, unseren Partner zu verstehen, glücklich zu sein, in Harmonie mit uns und unserer Welt zu leben? Nein. Warum nicht? Weil das nicht so einfach ist. Aha. Es ist also einfacher, ein Handy zu entwickeln, dass mir von der Tanke gegenüber einen Kaffe holen kann, als glücklich zu sein? Wir lernen in unserem Leben etliche Dinge, erwerben etliche Fähigkeiten, nehmen etliche Hürden, meistern etliche Herausforderungen. Diese Dinge befriedigen uns. Diese Dinge zeigen uns, dass wir jemand sind und was können. Für diese Dinge ernten wir Bewunderung und Respekt. Niemanden interessiert es, ob wir glücklich sind. Niemand bewundert uns, wenn wir glücklich sind. Jeder möchte uns alles Mögliche beibringen. Weil er uns helfen will. Auch die ganzen Weiterbildungsinstitute wollen uns helfen. Helfen, noch mehr und noch mehr zu lernen. Noch mehr und noch mehr zu können. Aber niemand bringt uns bei, glücklich zu sein. Und warum? Weil man mit Glücklichsein seine Miete nicht bezahlen kann. Weil man Glücklichsein nicht in seinen Lebenslauf schreiben kann. Und auch „Seinen Partner Verstehen“ hat sich noch immer nicht als Einstellungskriterium durchgesetzt. Wie dem auch sei. Da auch ich Miete zahlen muss, widme ich mich jetzt wieder den Unterlagen meines aktuellen Weiterbildungskurses. Glücklichsein und meinen Mann verstehen mache ich dann wann anders. Hab noch so viel auf dem Zettel. Da bleibt keine Zeit für Schnickschnack.

Makrele spricht - 1.Ausgabe

MAKRELE spricht

ILLYA: Guten Tag. Ich bin hier irgendwie so etwas wie der Chefredakteur. Und Chefredakteure
schreiben ja immer die ersten Worte...
Somit werde ich euch kurz mit ein paar Eitelkeiten langweilen. Wie wird man zum Chefredakteur? Indem man in einer Wodkalaune in Partystimmung eine Idee in die Runde wirft. Kaum ist das passiert, wird man auch sofort von allen Anwesenden verpflichtet, bedrängt
und in Verzug gesetzt. Nun denn, das alles hat also dazu geführt, daß ihr heute die erste Ausgabe von MAKRELE in den Händen haltet.
PATRICK: Guten Tag, und ich bin der sogenannte Verleger, der das große Glück hatte,
rechtzeitig auf den nicht mehr aufzuhaltenden Zug aufspringen zu können. Nur Dank leidenschaftlichem und konsequentem Einsatz von Julia, Alkje, Sandra, Illya, Mirko und Olaf
konnte endlich mal ein echtes St. Pauli Magazin herausgebracht werden.
Ich bin sehr dankbar, daß man mich nicht gleich wieder von diesem Zug geworfen hat.
ILLYA: Warum denn ein Stadtteilmagazin? Na, weil es noch kein richtiges für St.Pauli gibt.
Die St.Pauli Nachrichten mal ausgenommen. Alle, die hier an diesem Heft mitwirken, sind
entweder selber St.Paulianer oder verbringen zumindest 95% ihrer Lebenszeit hier. Und
neben all dem Tourismusaufkommen, Partygeraffel, Schaumparties und dergleichen mehr
wollen wir eben diese Stimmen zu Wort kommen lassen. MAKRELE ist ein Magazin
zum mitmachen. Das heißt: Ob Club oder Fischhändler, ihr möchtet euch selbst zu Wort
melden? Bitteschön!
PATRICK: Und damit ist Makrele das Kulturmagazin aus St. Pauli für St. Pauli!
Es erscheint monatlich und soll euch mit einem Blick aktuelle Informationen wie „laufende,
neue oder geplante Veranstaltungen in St.Pauli“ geben. Was unser Magazin sonst noch berichtet? Schaut einfach rein...

ILLYA: Wir schreiben keine Pressemitteilungen ab, sondern lassen die Artikel dann
lieber von euch schreiben. Dies ist aber nur eine Besonderheit von MAKRELE.
PATRICK: Wundert Euch bitte nicht, wir nutzen die sogenannte „alte“ deutsche
Rechtschreibung! Ist uns alles ein bißchen zu viel Reform. Außerdem sind wir sparsam und
wollen das Erlernte nicht so schnell wieder aufgeben. Die alte Rechtschreibung war schwer
genug zu lernen.
ILLYA: Was ihr hier auch nicht finden werdet, sind Partypics und VIP-Logen. Die finden wir
nämlich sehr langweilig. Was ihr finden werdet sind: Hintergrundberichte, Anwohnerportraits,
plaudernde Barleute, fotografierende und schreibende Clubbesitzer, einen Veranstaltungskalender nach Straßen geordnet (damit ihr euch
nicht mehr verlaufen werdet), Kiezmode, Kreative des Stadtteils – und was der Tag und
die Nacht sonst noch zu bieten haben.
In der Rubrik ANGELHAKEN verlassen wir dann St. Pauli und stellen euch jeweils eine andere
Stadt mit ihrem Markenzeichen vor.

Euer ILLYA & PATRICK

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Makrelendiskurs - 1.Ausgabe

Wo bitte geht's zur Kunst?
11.05.2007 - gleich zweimal St. Pauli
von Julia

Das Wetter war so na ja. Aber das spielt bei Vernissagen ja auch nicht richtig eine Rolle. Beim Grillen sieht das schon anders aus,
VERNISSAGE 1 - Senseo - Photo Award - NEUES WAGEN (nicht zu verwechseln mit deutsch/türkisch - es handelt sich also nicht um neue Automodelle)
Makrelendiskurs - 1 Ausgabe - Teil 1

Schon einen Tag vorher konnte man die fleißigen Helfer dabei beobachten wie sie 2 riesige Container auf dem Spielbudenplatz aufbauten. So große Container! Und so groß steht da SENSEO drauf.
18 Uhr die ersten Gäste kommen. Ordentliche Akkreditierung am Eingang. Gleich fühlt man sich ein wenig wichtig. Es gibt Häppchen und Freigetränke. Dann der Schritt in die Ausstellung. Schicke Container! Von Innen noch viel aufwendiger als von außen. Das war teuer! Leichte Beschallung, überall fleißige Helfer. Wenige Kunstbetrachter. Die Gäste sind bei den Häppchen stehen geblieben. Dann eine ganz aufgeregte Olivia Jones. Hallöchen! Hallöchen? Olivia also mal wieder als Medienaufhänger eingekauft. Mit der Kunst hat das wahrscheinlich nichts zu tun. Es wird Kaffee angeboten. Nein Danke nicht mehr nach 18 Uhr - das wirft mich um Jahre zurück. Nun zur Kunst. Eng beieinander hängt Foto an Foto. Spiegelnde Oberflächen. Die ein oder andere nette Motividee zum Thema "Neues Wagen". Banale, phantasiezerstörende Begleittexte. Den Kurator hat man sich offensichtlich gespart. Ich persönlich begrüßte ja die Zusammenarbeit von Kunst und Wirtschaft und finde Markenpräsenz, wenn sie denn gekonnt eingesetzt wird, auch nicht als störend. Hier allerdings tritt die Kunst deutlich zu stark zurück. Mmh - noch ein Häppchen und schnell raus hier.

Diesem Kunsterlebnis folgt dann gleich um 20 Uhr die nächste Einladung in die Galerie LINDA - Hein Hoyer Str. Eine Gruppenausstellung von Konstanze Habermann, Sylvie Hohlbaum und Kai Erdmann. Thema FREUNDSCHAFT. Das Ausstellungsprojekt ist entstanden aufgrund einer Reise in die russische Stadt Orjol, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Die zwischenmenschlichen Erlebnisse waren so gehaltvoll, dass neben dem Film gleich noch eine Fotoreihe entstanden ist. Großformatige Fotos hängen an den Wänden. Wunderbar kräfte und in ihrer Klarheit eindrucksvolle Portraitaufnahmen von Persönlichkeiten der Stadt Orjol. Neben den Fotos stehen mit Bleistift die Namen der Abgebildeten. Die ersten Gäste sind bereits da. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Im hinteren Raum wird man aufgefordert ein Glas Vodka zu trinken und dieses dann gekonnt an die Wand zu werfen. Großes Hallo. Im Hintergrund erklingen Balkantakte. Die ersten fangen bereits an zu wippen. Noch ein Vodka. Juchee! Rufe können vernommen werden. "Der Film geht gleich los". Es wird etwas dunkler. Die Gäste versammeln sich und können mit Hilfe des mehrminütigen Dokumentarfilm noch tiefer in die sog "russische Seele" eintauchen. Auf der Bühne erscheint "Ingelore Heiminsreich", geladene Rednerin dieses Abends. Ingelore besticht wie immer mit ihrem charmante Out-Fit und beeindruckt mit einer selten kurzweiligen, amüsanten und sehr intelligenten Ausstellungs-Eröffnungsrede. Ich will mehr solche kuratorischen Reden hören! Ein wahrer Genuss. Ich trinke noch 1-8 Becks für je 1,50 Euro, wandere ungefähr noch 6 mal durch die wunderbare Ausstellung, führe mehrere lustige und erhellende Gespräche. Die Musik wird langsam etwas lauter. Die Gespräche auch. Beim Vodka-Weitwurf stehen die Gäste mittlerweile Schlange. Ein wunderbares Kunst-Erlebnis. Leider muss ich dann los zur Arbeit.
Makrelendiskurs - 1. Ausgabe - 2. Teil


Als ich dann deutlich später von der Arbeit meinen Heimweg anstrebe sind die Senseo-Container bereits seit Stunden dunkel - die Galerie Linda hingegen ist erhellt. js